HEIAN YONDAN

HEIAN YONDAN – FRIEDEN UND RUHE, 4. STUFE.

In Heian yondan ist das Enbusen sehr komplex. Damit der Endpunkt stimmt, sollen alle Stellungen und Wendungen mit sehr viel Sorgfalt ausgeführt werden. Es erscheinen stilistisch langsame Bewegungen, welche der Kata einen individuellen Rhythmus verleihen. 

Die ersten zwei Abwehrtechniken erfolgen jeweils ohne Kontertechniken. Dadurch wird dem Karateka abverlangt, mögliche Konter zu interpretieren. Diese Herausforderung bringt den didaktischen Anspruch, die Kata als Kampfsituation zu erkennen. Die Beschäftigung mit dieser Thematik ist grundsätzlich zwingend notwendig, damit die Kata nicht eine Zusammenstellung von verschiedenen Techniken werden, sondern Kämpfe gegen imaginäre Gegner bleiben! Schon ab den Basis-Kata wird der Karateka gefordert, in seinem Verständnis für die Kata die Kampfeinstellung mit einzubinden. Nach der ersten Technik wird das rechte Bein langsam zum Schwerpunkt gezogen, um danach wieder nach vorne zu gleiten, so dass die Armtechniken und die Stellung ihren Endpunkt gleichzeitig erreichen.

Die Ausholbewegung des Uraken uchis (beim ersten Kiai) wird auf unterschiedliche Arten ausgeführt. Wichtig ist jedoch immer eine stabile Endtechnik in Kōsa dachi auszuführen. Dabei wird der Schwerpunkt nach vorne und nach unten gelegt. Nach dem Mae geri, auf dem Weg zu Kōsa dachi, sollte darauf geachtet werden, dass der Schwerpunkt konstant unten bleibt.

Was den Selbstverteidigungsaspekt des Kakiwake uke angeht, so gilt hier schnelles Handeln, bevor der Gegner richtig zugreifen kann (man befreit sich aus einem Griff beider Hände am Kragen, oder – noch  besser – kommt dem Griffversuch zuvor). Der jeweils danach kommende Mae geri kann bei Bunkai-Übungen durch einen Hiza geri ausgetauscht werden, damit die Distanz zum Gegner stimmt.

Die zwei Zuki, die drauf folgen, werden nicht zur Hüfte zurückgezogen, sondern von der Kakiwake-uke-Haltung direkt nach vorne gestreckt. Die Herausforderung liegt darin, dass trotz verkürztem Weg zum Ziel, der Fauststoß stark ausgeführt werden soll. In einer realistischen Situation besteht nicht immer die Möglichkeit, die Techniken optimal auszuführen. Dadurch ist der didaktischen Aspekt dieser Ausführung nicht zu vernachlässigen.

Nach dem Morote uke, am Ende der letzten Bahn, wird der Gegner am Kopf gepackt und nach unten gegen den Kniestoß (Hiza geri) gezogen.

In Heian yondan finden sich einige neue Techniken, die intensiv geübt werden sollten, da sie im Regelfall selten außerhalb der Kata trainiert werden.

Dauer: circa 50 Sekunden

Passende Bücher und Poster dazu findest du hier:

Shôtôkan-Kata bis zum Schwarzgurt / Band 1

Bunkai der Shôtôkan-Kata bis zum Schwarzgurt / Band 3

ShōtōkanBox

Die 26 Shotokan-Kata im Überblick

Das Poster dazu findest du hier:

Heian yondan – Kata-Poster